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Spitäler als Erpressungsopfer

In den vergangenen Wochen berichteten die Medien von den Cyberangriffen auf Spitäler in den USA und Deutschland. Dabei wurden durch Öffnen von Mailanhängen Viren freigesetzt, welche im Hintergrund systematisch sämtliche Dateien mit einem geheimen Schlüssel verschlüsselten und damit für den Spital unlesbar machten. Die Herausgabe zum Entschlüsseln wurde gegen ein Lösegeld von mehreren Millionen Dollar versprochen.

NotfallDiese Angriff Methode wird von kriminellen Organisationen seit längere Zeit bereits eingesetzt und ist bei den Sicherheitsexperten wie auch den Behörden bekannt. Neben vielen privaten Rechnern waren auch ganze Stadtverwaltungen in Deutschland durch den Virus lahmgelegt. Spitäler als Opfer der Erpressung haben der Öffentlichkeit aber bewusst gemacht, dass Leib und Leben eines jeden einzelnen Bürgers durch Cyberangriffe bedroht sein kann.

Durch den grossen Kostendruck im Gesundheitswesen wird hier die Digitalisierung und Automatisierung mit Hochdruck durch modernste Technologie vorangetrieben. Dadurch werden die Prozesse effizienter und Kosten eingespart, was schlussendlich dem Patienten zugutekommt.

Was dabei aber vergessen ging oder vielleicht auch aus Kostengründen gestrichen wurde, ist die Implementierung von begleitenden Sicherheitsmassnahmen. Insbesondere fehlt ein Risikomanagement Prozess, welcher mögliche Bedrohungen und deren Auswirkungen evaluiert und für das Management transparent macht, damit Gegenmassnahmen entwickelt werden können.

Einen 100%igen Schutz gegen solche Cyber Attacken gibt es heute nicht – hier kann den Spitälern kein Vorwurf gemacht werden. Wohl aber kann mit vorsorglicher Notfallplanung der Schaden begrenzt werden und eine möglichst schnelle Rückkehr zum Normalbetrieb ermöglicht werden.

Dabei muss der Fokus auf den gespeicherten Daten und deren Bedeutung für den Spital liegen: wie in der Notfallaufnahme muss auch in der IT-Abteilung eine Triage vorgenommen werden, damit die dringendsten Massnahmen zuerst getan werden und das knappe Geld nicht am falschen Ort investiert wird.

Bevor nun also hektisch teure Technologie eingekauft wird, als Pflaster auf die Wunde, müssen die Basics umgesetzt werden mit Business Continuity- und Risk Management Prozessen, welche sich nicht nur auf Einbruch und Feuer als Bedrohung beziehen, sondern stets aktuell sind und eine Anpassung an die stetig ändernden Bedrohungen erlauben – und dies muss jetzt getan werden!